Peptide richtig lagern und rekonstituieren

Peptide sind empfindliche Moleküle. Wie Sie sie lagern und lösen, bestimmt ihre Stabilität und die Verlässlichkeit Ihrer Forschungsergebnisse. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Laborregeln zusammen – von der Lagerung des lyophilisierten Pulvers bis zur Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser.

Lyophilisiertes Pulver lagern

Gefriergetrocknet sind Peptide am stabilsten. Ungeöffnete Fläschchen dunkel, trocken und kühl lagern: im Kühlschrank (2–8 °C) für einige Wochen, im Gefrierschrank (−20 °C) für Monate.

  • Vor Licht schützen – Fläschchen in der Schachtel oder einer geschlossenen Box aufbewahren
  • Feuchtigkeit vermeiden – ein kaltes Fläschchen vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen lassen
  • Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden

Bakteriostatisches oder steriles Wasser?

Bakteriostatisches Wasser ist steriles Wasser mit 0,9 % Benzylalkohol, der das Bakterienwachstum hemmt – ein Fläschchen kann mehrfach angestochen werden. Steriles Wasser enthält kein Konservierungsmittel und ist für den einmaligen Gebrauch gedacht, etwa aus einer Ampulle.

Rekonstitution im Labor – Schritt für Schritt

Sauber und ruhig arbeiten. Das Standardvorgehen:

  • Fläschchen und Lösungsmittel auf Raumtemperatur bringen
  • Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer (70 % Isopropylalkohol) desinfizieren
  • Die berechnete Menge Lösungsmittel mit einer sterilen Spritze aufziehen
  • Lösungsmittel langsam an der Innenwand herunterlaufen lassen, nicht direkt auf das Pulver
  • Vorsichtig schwenken, bis alles gelöst ist – nicht schütteln
  • Fläschchen mit Datum und Konzentration beschriften

Die Konzentration berechnen

Die Konzentration hängt von der Peptidmenge und dem Volumen des Lösungsmittels ab. Unser kostenloser Peptid-Rechner erledigt das in Sekunden.

Lagerung nach der Rekonstitution

Gelöste Peptide sind weniger stabil als das Pulver. Die Lösung gekühlt (2–8 °C) und lichtgeschützt aufbewahren, nicht einfrieren, und für jedes Anstechen eine neue sterile Nadel verwenden.

Typische Fehler

Diese Fehler sehen wir am häufigsten:

  • schütteln statt schwenken
  • ein kaltes Fläschchen öffnen, sodass Kondenswasser eindringt
  • Lösungen bei Raumtemperatur oder in der Sonne lagern
  • Datum und Konzentration nicht notieren

Zubehör für Lagerung und Rekonstitution

Häufige Fragen

Wie lange hält lyophilisiertes Peptid?

Ungeöffnet, dunkel und trocken lange – im Gefrierschrank (−20 °C) Monate bis Jahre. Beachten Sie das Datum auf dem Etikett.

Kann ich ein rekonstituiertes Peptid einfrieren?

Besser nicht: Wiederholtes Einfrieren kann es zersetzen. Die Lösung im Kühlschrank aufbewahren.